• 27 JAN 15

    Hallux valgus und Hammerzehen

    Informationen aus der orthopädischen und unfallchirurgischen Praxis:

    Spezialisierte Therapie – Hallux valgus und Hammerzehen

    Beim Hallux valgus handelt es sich um eine Achsabweichung der Großzehe im Großzehengrundgelenk nach außen, medizinisch Valgusdeviation genannt. Nicht zu verwechseln ist der Hallux valgus mit dem Hallux rigidus, der eine Arthrose im Großzehengrundgelenk darstellt. In einigen Fällen kann der Hallux valgus bereits schon beim Jugendlichen auftreten und bedarf dann einer spezifischen Behandlung. Meistens erwirbt der Patient, die Patientin den Hallux valgus aber erst im Erwachsenenalter aufgrund einer zunehmenden Gewebeschwäche an Vor- und Rückfuß. Eine genetische Disposition (Vererbung) ist bekannt, tlw. wird das Tragen von zu engen Schuhen mit hohen Absätzen angeschuldigt. Letzteres kann aber nicht die einzige Ursache sein, da es auch viele Patientinnen gibt, die trotz modischer Schuhe nie im Leben einen Hallux valgus entwickeln. Bekannt ist, dass eine Spreiz-und Knickfußfehlstellung häufig die Entstehung eines Hallux valgus und auch von Hammerzehen triggert. Beginnt der Fuß biomechanisch erst einmal aus den „Fugen“ zu geraten, kommt es oft im Laufe des weiteren Lebens zu einer Zunahme der Ausprägung der Befunde. So fördert eine zunehmende Sehnenschwäche am Rückfuß (z.B. der Tibialis posterior Sehne) oder ein mit den Jahren zunehmender Spreizfuß die Hallux valgus Entstehung und auch die Ausbildung von Hammerzehen. Leider sind diese Entwicklungen nicht mehr reversibel und können weder durch Fußgymnastik, Einlagen oder Hallux-Orthesen rückgängig gemacht werden. Im Gegenteil können die genannten Maßnahmen das weitere Voranschreiten der Fußdeformität nicht einmal aufhalten, höchstens bremsen.

    Dennoch stellen im Frühstadium die Auswahl geeigneter Schuhe mit ausreichend Platz für die Zehen, eine gute Einlagenversorgung oder das Tragen von Schienen zur Nacht, die die Großzehe wieder leicht nach innen zurückziehen, die Behandlungsmethoden der Wahl dar.

    Mit der Zeit lassen sich die Beschwerden aber durch konservative Maßnahmen nicht mehr ausreichend korrigieren, so dass sich die Frage nach operativen Versorgungsmöglichkeiten stellt. Die operative Hallux valgus Korrektur gehört zu den Eingriffen in der Orthopädie mit den besten Ergebnissen und führt zu einem hohen Zufriedenheitsgrad bei den Patienten. Allerdings bedarf es hierfür einer stadiengerechten Therapie, die man einfach auf folgende Formel reduzieren kann:

    Einfachere Hallux valgus Fehlstellungen können mit einfacheren operativen Verfahren versorgt werden.

    Schwere Hallux valgus Deformitäten benötigen tlw. Kombinationseingriffe mit längeren Nachbehandlungszeiten.

    Ähnlich wie der Hallux valgus entstehen Hammer- oder Krallenzehen meist als Folge einer biomechanischen Fehlbelastung am Fuß, nicht selten in Kombination mit einem Hallux valgus und fast immer ausgehend von einem Spreizfuß. Die Behandlung der Spreizfußbeschwerden selbst ist eine Dömäne einer qualitativ gut gemachten Einlagenversorgung durch den Orthopädietechniker. In Einzelfällen kann hier aber auch eine operative Vorfußkorrektur indiziert sein. Hammerzehen selbst lassen sich gut operativ versorgen. Die Operation erfolgt jedoch auch stadienabhängig und kann neben der sogenannten Verkürzungsoperation nach Hohmann auch Eingriffe an den Sehnen erforderlich machen.

     Wenden Sie sich an uns, wenn Sie Fragen rund um das Thema Hallux valgus und Hammerzehen haben.

    Wir bieten Ihnen das gesamte Spektrum der stadiengerechten konservativen und operativen Versorgung an. Bei unseren operativen Versorgungen achten wir in besonderem Maß auf die Biomechanik des ganzen Fußes und verwenden modernste Operationstechniken und Implantate.

    Ein weiterer Vorteil ist, dass die gesamte Nachbehandlung ebenfalls aus einem Guss bei uns in der Praxis erfolgen kann, was für gute postoperative Ergebnisse und Ihre Zufriedenheit als Patient eine sehr wichtig ist.